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Aktuelle Regeländerungen


In der Saison 2026/27  gibt es im Bereich des Saarländischen Fußballverbandes eine gravierende Änderung: Die zentrale Abschaffung der Zeitstrafe sowohl im Aktiven- als auch im Jugendbereich. Auf DFB-Ebene gibt es auch eine Reihe von Änderungen, die sich im Amateuerbereich ebenfalls bemerkbar machen werden.


Zusammenfassung der Regeländerungen 2026/27 (IFAB/DFB)

Die Anpassungen gelten ab dem 01.07.2026 und gelten in Pflichtspielen sowohl für den Aktiven- als auch den Jugendbereich.


Auswechslungen

Bei Auswechslungen müssen die Spieler das Spielfeld innerhalb von zehn Sekunden verlassen. Wird das Zeitlimit überschritten, darf der Einwechselspieler das Spielfeld erst während der ersten Spielunterbrechung nach Ablauf einer Minute betreten. Ziel ist es, die Unterbrechungszeiten zu reduzieren und Auswechselvorgänge zu beschleunigen. Eine persönliche Strafe wird bei Verfehlungen nur ausgesprochen, wenn es sich um ein extrem unsportliches Verzögern handelt.

Der 10-Sekunden-Countdown bei einer Auswechselung startet erst, wenn der/die auszuwechselnde Spieler:in zweifelsfrei diese Auswechselung wahrgenommen hat und keine besondere Situation gegeben ist (z.B.: Übergabe der Spielführerbinde etc.).

Wichtig: Wird die Mindestanzahl durch einen temporären Ausschluss von Spielenden aufgrund eines zu lange andauernden Auswechselvorgangs oder einer verletzungsbedingten Unterbrechung unterschritten, so führt diese Unterschreitung nicht zu einem Spielabbruch, da die Rückkehr zeitmäßig absehbar ist.


Countdown bei Einwurf und Abstoß

Das Anzählen eines Countdowns gehört zu den Aufgaben der Referees, ist aber gleichzeitig nur ein Service und keine Voraussetzung. Dennoch wird erwartet, dass der Countdown immer deutlich sichtbar und klar durchgeführt wird, da ansonsten die Akzeptanz für die Entscheidung schwindet. Beim Einwurf und Abstoß sollten die Referees zudem auch einen Pfiff als Startsignal nutzen, bevor das Anzählen beginnt.
Den Beginn dieser Maßnahme legen die Referees fest. Und zwar immer dann, wenn sie der Meinung sind, dass die normale Zeit zur Spielwiederaufnahme überschritten ist und eine unsportliche Zeitverzögerung erkannt wird. Durch diese Maßnahme entfällt die persönliche Strafe für die Zeitverzögerung.

  • Wenn ein:e Spieler:in/ein Team die Ausführung eines Einwurfs verzögert, zeigen Referees einen Fünf-Sekunden- Countdown an. Wird das Zeitlimit überschritten, wird der Einwurf dem gegnerischen Team zugesprochen.
  • Wenn ein:e Spieler:in/ein Team die Ausführung eines Abstoßes verzögert, zeigen Referees einen Fünf-Sekunden-Countdown an. Wird das Zeitlimit überschritten, wird dem gegnerischen Team ein Eckstoß zugesprochen.

Jeglicher zeitlicher Ausschluss auf Grund der Überschreitung einer Countdownzeit endet mit einer Halbzeitpause beziehungsweise einer Verlängerung oder einem Elfmeterschießen.


Ausrüstung der Spielenden

Accessoires/Schmuck sind erlaubt, sofern sie ungefährlich und sicher abgedeckt sind. Die grundsätzliche Anweisung Schmuck abzulegen, gilt weiterhin. Mittlerweile gibt es aber Schmuck, der nur sehr schwer zu entfernen ist. Dieser darf dann abgedeckt werden, so dass er keine Gefahr mehr für alle Beteiligten darstellt.


Vorteilsbestimmungen präzisiert bei Spielfortsetzungen

Es wird präzisiert, dass auf Vorteil entschieden werden kann, wenn eine Spielfortsetzung nicht korrekt ausgeführt wird und der Ball im Spiel ist. Bei nicht korrekt ausgeführter Spielfortsetzung können Referees die Vorteilsbestimmung anwenden (Einwurfort, Ballruhe). Nicht jedoch, wenn das Verfahren falsch ist, z. B. ein Einwurf wird mit dem Fuß oder ein Abstoß mit der Hand ins Spiel gebracht.


Eindämmung des Zeitspiels bei Verletzungsunterbrechungen

Abgesehen von bestimmten Ausnahmen müssen Spieler:innen, die auf dem Spielfeld untersucht/behandelt werden oder die eine verletzungsbedingte Spielunterbrechung verursachen, das Spielfeld verlassen und nach Wiederaufnahme des Spiels eine Minute lang außerhalb des Spielfelds bleiben.

Wichtig: Wird die Mindestanzahl durch einen temporären Ausschluss eines Spielers aufgrund eines zu lange andauernden Auswechselvorgangs oder einer verletzungsbedingten Unterbrechung unterschritten, so führt diese Unterschreitung nicht zu einem Spielabbruch, da die Rückkehr zeitmäßig absehbar ist.

Wichtiger Hinweis zu den Ausnahmefällen bei einer verletzungsbedingten Behandlung

Neben den bekannten Ausnahmen

  • Verletzung Torhüter:in
  • Zusammenprall Torhüter:in und Feldspieler:in
  • nach Aussprache einer Personalstrafe für ein physisches Vergehen
  • Schütze/Schützing des folgenden Strafstoßes
  • Spieler:innen einer Mannschaft prallen zusammen

ist folgende Ausnahme zu beachten:

  • Schwere Verletzung (siehe nachfolgender Text/Anweisung UEFA und DFB)

"Zu schweren Verletzungen zählt zwar auch eine Kopfverletzung, aber in diesem Fall muss der Spieler das Spielfeld trotzdem verlassen und darf erst nach einer Zeit von einer Minute und nach dem Zeichen des Schiedsrichters zurückkehren. Damit soll dem medizinischen Personal ausreichend Gelegenheit gegeben werden die Verletzung verantwortungsvoll und gründlich zu untersuchen."

 Ob es sich um eine verletzungsbedingte Spielunterbrechung handelt, entscheiden nur Referees.


Präzisierung Beginn und Fortsetzung des Spiels beim Schiedsrichterball

In der Bestimmung zum Schiedsrichterball wurde präzisiert, dass das Team, das „in Ballbesitz (...) gekommen wäre“, auch das Team meint, das die Spielfortsetzung vorgenommen hätte, wenn der Ball aus dem Spiel gegangen wäre. Bei einem Eingriff eines Spieloffiziellen oder einer Drittperson erfolgt der SR-Ball an der Stelle des Eingriffs.


Keine Verwarnung mehr bei Torerfolg im Zusammenhang mit der "Notbremse"

Für das Vereiteln einer offensichtlichen Torchance gibt es keine Verwarnung mehr, wenn auf Vorteil entschieden und ein Tor erzielt wird. Die Liste der Kriterien für das Verhindern eines Tors oder das Vereiteln einer offensichtlichen Torchance wurde um einen Hinweis auf „Anzahl und Stellung der Angreifer“ erweitert.


Wesentliche Änderungen der Spielordnung und Durchführungsbestimmungen Spielbetrieb (Saarland)

Die Anpassungen gelten ab dem 01.07.2026 und gelten in Pflichtspielen sowohl für den Aktiven- als auch den Jugendbereich.


Abschaffung der Zeitstrafe

Auf Beschluss beim Verbandstag im Mai 2026 entfällt die Zeitstrafe als persönliche Strafe sowohl im Aktiven- als auch im Jugendbereich. Es gilt analog wie im Profibereich die Anwendung der gelb-roten Karte.


Gemischtes Spielen ab sofort möglich

Frauen ab 18 Jahren dürfen ab sofort in Herrenmannschaften eingesetzt werden. Die Anzahl der Spielerinnen pro Herrenmannschaft ist unbegrenzt. Vereinseigene Spielerinnen benötigen hierfür keine gesonderte Spielerlaubnis vor dem Einsatz. Gemischte Herrenmannschaften bleiben uneingeschränkt aufstiegsberechtigt.


Sofortiges Elfmeterschießen in Pokalwettbewerben

Ist das Endspiel im Pokalwettbewerb der Herren oder der Frauen nach Ablauf der regulären Spielzeit nicht entschieden, wird die Entscheidung durch ein sofortiges Elfmeterschießen
herbeigeführt. Ist ein Spiel im Wettbewerb um den Kreispokal bei Ablauf der normalen Spielzeit nicht entschieden, wird die Entscheidung durch ein sofortiges Elfmeterschießen herbeigeführt. Diese Regelung gilt auch für das Endspiel um den Kreispokal.